Kaum jemand macht es, doch das Deaktivieren des WLANs beim Verlassen des Hauses ist entscheidend – so schützt du dein Smartphone optimal

Smartphones: praktisch, aber ein Risiko für die Privatsphäre?
Smartphones: praktisch, aber ein Risiko für die Privatsphäre?

Smartphones sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Sie machen vieles einfacher und gehören in der modernen Gesellschaft zu den Grundwerkzeugen. Gleichzeitig bringen sie aber auch deutliche Gefahren für Privatsphäre und Sicherheit mit sich. Dass sich Handys automatisch mit WLANs verbinden, gilt oft als normal — kann aber unerwartete Probleme nach sich ziehen.

Unbemerkte Datenverbindungen: was dann passieren kann

Viele haben schon erlebt, dass sie aus Versehen mobile Daten verbraucht haben, obwohl sie dachten, mit einem vertrauenswürdigen WLAN verbunden zu sein. Die automatische Verbindung, die viele Geräte anbieten, führt dazu, dass Nutzer die WLAN-Funktion oft dauerhaft anlassen, um keine Verbindung zu verpassen oder einfach aus Vergesslichkeit. Das wiederum kann zu ungewolltem Datenverbrauch führen und bedeutet ein Sicherheitsrisiko, weil Smartphones ständig nach Netzwerken suchen.

Das Problem liegt nicht vorrangig im erhöhten Energieverbrauch (moderne Smartphones verbrauchen dabei nicht wesentlich mehr Strom). Vielmehr geht es um die Sicherheitslücke, die dieses Verhalten offenlässt.

Automatische Verbindungen und das Problem mit der Ortung

Ständiges Nach-Netzwerken-Suchen oder das automatische Verbinden mit offenem WLAN (also ohne Passwort) schützt nicht vor Gefahren. In vielen Fällen passiert zwar erstmal nichts, aber es öffnen sich Einfallstore für mögliche Sicherheitsverletzungen. Je mehr Zugangspunkte angefunkt werden, desto größer die Angriffsfläche.

Außerdem liefern die durch dauerhafte Verbindungen gesammelten Standortdaten Dritten die Möglichkeit, Bewegungsprofile nachzuvollziehen. Wer verschiedene Orte besucht — etwa Cafés, Fitnessstudios oder Supermärkte — kann so ohne großes Zutun verfolgt werden.

So kannst du das Risiko reduzieren

Die klare Empfehlung: WLAN wann immer möglich ausschalten. Das geht meist schnell über das Dropdown-Menü, sobald das Telefon entsperrt ist. Wichtig ist: es reicht nicht, WLAN nur oberflächlich abzuschalten. Gespeicherte drahtlose Verbindungen sollten gelöscht werden, bis auf die wirklich wichtigsten Netzwerke, um das Risiko zu verringern.

Android-Nutzer sollten wissen, dass Geräte für die Ortung sowohl WLAN als auch Bluetooth verwenden. Selbst wenn diese Dienste manuell abgeschaltet werden, suchen manche Geräte weiter nach Netzwerken oder Geräten in der Nähe. Darum am besten die entsprechenden Optionen komplett in den Standort-Einstellungen deaktivieren.

Wenn das mobile Datenvolumen knapp ist, lohnt sich ein Blick aufs Nutzungsverhalten und das vorhandene Datenpaket. Dienste wie Spotify, manche Suchen mit Google oder das Versenden von Nachrichten über WhatsApp funktionieren oft auch ohne WLAN.

Öffentliches WLAN und VPNs: was zu beachten ist

Bei Nutzung öffentlicher Netzwerke empfiehlt sich die Installation eines VPN auf dem Smartphone. Google Pixel-Modelle bieten zum Beispiel ein kostenloses VPN an, das hilft, Daten vor neugierigen Blicken zu schützen, indem es eine verschlüsselte Verbindung zwischen Gerät und Server herstellt.

Man kann das Telefon außerdem so einstellen, dass WLAN nur an bestimmten Orten automatisch aktiv wird. Dafür ist aber in der Regel eine dauerhafte Standortfreigabe nötig, was viele Nutzer als Eingriff in ihre Privatsphäre empfinden.

Die Sache ist vielschichtig: Ein wachsamer Umgang mit WLAN- und Standort-Einstellungen ist sehr wichtig. Die Standardvorgaben der Betriebssysteme bieten nicht immer den Schutz, den Verbraucher erwarten. Deshalb ist das aktive Verwalten gespeicherter Netzwerke notwendig, um sich und die eigenen Daten in der digitalen Welt besser zu schützen. Während die automatische Verbindungstechnik unseren Alltag bequem macht, sollte man die damit verbundenen Risiken nicht unterschätzen und sich entsprechend absichern.